Alfred Schlya – 70 Jahre für’s Schach

schlya1951 – Botwinnik gewinnt die 18. Weltmeisterschaft (heute sind wir bei der 49.), der Bundeskanzler heißt Adenauer und Alfred Schlya tritt zum 01.07. dem OSV Oberhausen bei. Da war er (noch) 15 Jahre alt. Über Alfred zu schreiben führt zu einer mehrtägigen Ausarbeitung. Deshalb haben wir uns entschlossen, direkt mit ihm zu sprechen, lesen Sie was Alfred denkt über …

… Präsidenten und andere Funktionäre

Präsidenten sind nicht primär zuständig für neue Ideen, Spielkonzepte oder Turnierorganisationen. Sie sollten sich darauf konzentrieren, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen, die Teamarbeit zu organisieren, motivieren und aus mehreren Vorschlägen die besten auszuwählen. Natürlich müssen sie wie Funktionäre auch Organisation und Bürokratie im Blick halten – Verwaltung will geführt sein. Speziell der Deutsche Schachbund sollte sein Hauptaugenmerk verstärkt auf den Leistungssport und die Nationalmannschaften lenken.

… Lebensmotto und Hobby

Hobbies sind wichtig, ob das Schreiben eines Operettenführers oder einer Broschüre über Recht oder die über 60jährige Tätigkeit als Schatzmeister im Stadtsportbund Oberhausen. Selbst das Organisieren von Großbusfahrten von Oberhausen innerhalb Europas und das Autofahren an sich gehören dazu. Frei nach dem Motto „mitmachen und mitnehmen was möglich ist“!

… Alter und Gesundheit

Die Zeit der Rente oder der Pensionierung ist wie gemacht für das Schachspiel, denn da besteht ausreichend Zeit. Obwohl das Denken schwerer fällt, die Leistung etwas schwächer wird und auch das Training nicht mehr so intensiv verfolgt wird. Letztlich zählt das Dabeibleiben!

… Jubiläen, Ehrentage und Wertschätzungen

Wertschätzung ist wichtig, denn so wird eine offensichtlich erfolgreiche Arbeit allgemein anerkannt. Ansonsten bleibe ich lieber im Hintergrund, selbst viele Artikel im letzten Jahr zum 85. Geburtstag werden ja nicht so viel gelesen.

… große Taten

Am 20.06. jährt sich zum 60. Mal der Eröffnungstag der Mannschaftseuropameisterschaft im Schach – die besten Spieler aus Russland, Ungarn usw. spielen in Oberhausen – wer hat’s organisiert? Richtig! Aber auch Frauenolympiade 1966 oder Schacholympiade in Dresden 2008 wären ohne Alfred nicht möglich gewesen. Und natürlich der Verein als Quelle des Spiels. Erst kürzlich kamen über 30 Teilnehmer zur Wiedereröffnung nach Corona zum OSV. Hier sind die Vereine gefordert, Wandel anzunehmen und zu gestalten, sei es bei der Suche nach geeigneten Spielstätten oder die dringend nötige Öffnung der Vereine für Mädchen und Frauen.