Erfolgreiche NRW-Auswahl bei der DLM

Erstellt: Freitag, 20. Oktober 2017 06:26
Veröffentlicht von Chadt-Rausch
Kategorie: Aktuelle Nachrichten
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Carmen Voicu-Jagodzinsky - Auch in diesem Jahr fand wieder in Hannover die DLM statt. Allerdings wird dies erst einmal die letzte Auflage in der niedersächsischen Landeshauptstadt gewesen sein. Im nächsten Jahr ist Würzburg Gastgeber des Traditionsturniers. Leider war es auch in diesem Jahr wieder äußerst schwierig, Spieler zu finden, die die Schachjugend NRW bei diesem traditionellen Vergleichskampf vertreten wollten.
Während die meisten anderen Landesschachjugenden mit zahlreichen Spitzenspielern wie dem ehemaligen Europameister Leonid Sawlin, der ehemaligen Europameisterin Fiona Sieber oder Nationalspielerin Josefine Heinemann antraten, musste ich erneut die Absagen nahezu aller Spitzenspieler verkraften, die teilweise aufgrund schulischer Verpflichtungen, überwiegend aber wegen der Kosten, die mit der Teilnahme verbunden sind, nicht mitspielen konnten oder wollten.
Dabei waren insbesondere die Spitzenbretter fast durchgehend hochkarätig besetzt. Ich entschied mich daher, überwiegend Spieler der jüngeren Jahrgänge zu nominieren und mit jeweils vier Mädchen und Jungen anzutreten.
Der einzige Spitzenspieler aus der U18, der bereit war, die jungen Spieler nach Hannover zu begleiten, war Tristan Niermann. Hinter ihm kam die Nr. 1 der deutschen U12-Rangliste Leopold Wagner zum Einsatz.
Von der DWZ fast gleichauf waren an den Brettern drei bis fünf Adrian Deleré (U14), Aik Arakelian (U12) und Melanie Müdder (U14). Eva Rudolph (U14) an Brett sechs hatte zuletzt sehr erfolgreich gespielt. Auch Lisa-Marie Möller (U16) konnte sich im letzten Jahr stark verbessern. Luisa Bashylina (U12) war als stärkstes Mädchen ihrer Altersklasse in NRW gesetzt.


Christof Sielecki war als zweiter Trainer mitgereist und trug maßgeblich zum guten Mannschaftsklima und dem letztlich erfolgreichen Abschneiden der Mannschaft bei. Außerdem unterstützte uns mein achtjähriger Sohn Lukas als Co-Trainer und Maskottchen.
Gleich in der ersten Runde mussten wir gegen den späteren Sieger Berlin antreten, die an den ersten drei Brettern fast einen Elodurchschnitt von 2400 aufwiesen.
Luisa erzielte früh ein Remis. Zwar zeichnete sich schnell ein Berliner Teamerfolg ab. Aber mit 0,5-7,5 wurden wir angesichts der Partiestellungen sicher um ein bis zwei Punkte zu hoch besiegt.
In Runde zwei besiegten wir Brandenburg mit 6-2 und mussten danach gegen Schleswig Holstein-antreten. Hier überzeugten unsere Mädchen an den Brettern sechs bis acht mit 2,5 Punkten. Leider gab es davor keine Punkte.
Auch gegen Hessen mussten wir in der nächsten Runde eine 2,5-5,5 Niederlage hinnehmen.
Aber es gab Hoffnung. Tristan, der bis dahin alle Partien verloren hatte, war im Turnier angekommen und gewann seine erste Partie. Überzeugend agierten bis dahin Luisa mit 3,5/4 und Leopold mit beachtlichen 1,5/4 an Brett zwei. Trotzdem mussten wir nun langsam punkten, um zumindest unseren Setzlistenplatz 13 nicht zu unterbieten. Wenigstens vier der noch zu vergebenden sechs Mannschaftspunkte wollten wir holen.
Am 03. Oktober stand dann eine weitere Doppelrunde an.
Und gegen das punktlose Saarland gelang dann der Befreiungsschlag. 8-0 lautete das nie gefährdete Endergebnis. Am Nachmittag war dann die etwa gleichstark einzuschätzende Mannschaft aus Thüringen unser Gegner. 5-3 gewannen wir und hatten unser Minimalziel damit erreicht. Jetzt wollten wir auch die Schlussrunde gegen Bremen gewinnen. Unsere Gegner traten zur letzten Runde nur zu siebt an, so dass schon vor der Runde feststand, dass Luisa mit 6/7 unsere Topscorerin sein würde. Es war zunächst eine Runde der vergebenen Chancen. Bei Leopold funktionierte unsere Vorbereitung zwar sehr gut. Aber im frühen Mittelspiel übersah er die Chance auf einen Mattangriff und musste eine bessere Stellung mit ungleichfarbigen Läufern spielen.
Auch Aik vergab seinen Vorteil und musste eine nahezu verlorene Stellung weiterspielen. Adrian hatte seinen nominell besseren Gegner überspielt, aber vergab seinen Vorteil beim Übergang ins Endspiel. Da aber Aik sich noch ins Remis rettete, erzielten er und Adrian einen Punkt aus den beiden Partien. Beim Stand von 3-3 spielten noch Tristan und Leopold. Beide gewannen ihre Endspiele, so dass wir mit 5-3 siegreich blieben und am Ende einen guten achten Platz, fünf Plätze besser als unser Platz in der Startrangliste, belegen konnten. Tristan konnte mit vier Siegen ab Runde vier den misslungenen Turnierauftakt wettmachen.
Leopold holte am zweiten Brett starke 4,5 Punkte genau wie Lisa-Marie an Brett sieben. Eva erreichte vier Punkte.
Besonders schwer war es für unsere drei Spieler an den Brettern drei bis sechs, da sie fast durchgängig auf nominell stärkere Gegner trafen. Sie haben jedoch insbesondere kämpferisch überzeugt und sicher wertvolle Erfahrungen für die kommenden Aufgaben gesammelt.
Abschließend gilt mein Dank allen Spielern und Spielerinnen, Christof und vor allem allen Eltern, die uns bei diesem Turnier unterstützt haben.